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EURES
Presseartikel14 Februar 2018Europäische Arbeitsbehörde, Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration

Deutsches Unternehmen besetzt innerhalb von 5 Jahren 400 freie Stellen mithilfe von EURES

Eine bayerische Personalberatung für das Baugewerbe hat seit 2013 mehr als 400 Bewerber in deutsche Kleinunternehmen vermittelt.

German firm fills 400 job vacancies in 5 years with EURES
©POD, 2014

Am 19. Februar 2018 hat eine Firma für Beschaffung von Fachpersonal einen zweifachen Meilenstein gefeiert: innerhalb von fünf Jahren hat sie 400 spanische Arbeitnehmer in qualifizierte Arbeitsplätze in ganz Deutschland vermittelt.

Die POD (People of Diversity) GmbH arbeitet mit EURES und Kleinunternehmen zusammen, um spanische Arbeitsuchende zu finden, auszuwählen und in Arbeitsplätze im deutschen Baugewerbe zu integrieren. Wenn man bedenkt, dass das Unternehmen inzwischen monatlich Dutzende von Kandidaten rekrutiert, hält man es kaum für möglich, dass alles mit einem einfachen zehnminütigen Gespräch begann.

„Im Herbst 2012 ging ich zu einer Arbeitsagentur in Valencia und bat um ein Gespräch mit dem EURES-Vertreter“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter von POD, Stephan Behringer. „Ich habe ihnen beschrieben, was wir brauchen, und sie sprachen mit mir das ganze Prozedere durch, wie ich über mein örtliches EURES-Büro in Deutschland freie Stellen auf dem Portal ausschreiben konnte. Sie stellten auch den Kontakt zu den regionalen EURES-Niederlassungen in Spanien her, die uns dabei halfen, unsere freien Stellen bei örtlichen Arbeitsvermittlungsagenturen im ganzen Land auszuschreiben.“

Im Februar des darauffolgenden Jahres vermittelte POD erfolgreich seinen allerersten Arbeitnehmer von EURES; dies war der Beginn der langfristigen Mitwirkung des Unternehmens am Netzwerk. Stephan erinnert sich noch sehr gut daran:

„Als Carlos sich mit uns in Verbindung setzte, war er arbeitslos und wollte unbedingt eine feste Arbeitsstelle finden. Der Umzug nach Deutschland war ein gewaltiger Schritt für ihn, denn er war noch nie zuvor im Ausland gewesen, ganz zu schweigen von einer Arbeit in einem anderen Land. Daher war wie für alle unsere Bewerber die sprachliche und kulturelle Vorbereitung von maßgebender Bedeutung. Im Anschluss daran konnte er eine Arbeit als Klempner in einem kleinen Familienunternehmen aufnehmen.“

Der Erfolg von POD beruht darauf, dass Kandidaten darauf vorbereitet werden, diesen Übergang zu bewältigen. Bevor die einzelnen Bewerber überhaupt deutschen Boden betreten, müssen sie einen Intensiv-Sprach- und Kulturkurs absolvieren. Stephan betont, dass es bei der Vorbereitung der Kandidaten wichtig sei, die ganz natürlichen Ängste vor einem Leben im Ausland zu zerstreuen. Hierzu hat sein Team ausführliche Video-Anleitungen erstellt, in denen diejenigen zu Wort kommen, die bereits in den Genuss der Dienste gekommen sind; sie erklären, welche unmittelbaren Erfahrungen sie mit dem Erlernen einer neuen Sprache gemacht haben und wie sie sich mit den deutschen Vorschriften vertraut gemacht, eine Unterkunft gefunden haben usw.

„Wir gehen so vor, dass wir den Bewerbern zeigen, wie sich Menschen wie ihresgleichen an das Leben in Deutschland anpasst und sich beruflich mit großem Erfolg weiterentwickelt haben. Sobald sie feststellen, dass Gleichgesinnte es ebenfalls geschafft haben, wird ihnen klar, dass sie das auch können. Ich begrüße ganz besonders, dass es seit Kurzem Änderungen bei EURES gibt, nämlich Gelder, die über spezielle Förderprogramme zur Verfügung stehen und jetzt für diese Schulungen verwendet werden können.“

Außerdem ist die sprachliche und kulturelle Vorbereitung der Teilnehmer immer individuell und maßgeschneidert. POD arbeitet eng mit Schulungspartnern in ganz Spanien zusammen, wie z. B. Ellen Braun von der ELCLA-Sprachakademie in Pego in der Nähe von Alicante.

„Wir bieten vielen POD-Bewerbern eine dreimonatige intensive kulturelle und sprachliche Vorbereitung an,“ erklärt Ellen. „Diese muss auf die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen zugeschnitten sein. Die Kollegen von POD instruieren mich immer kurz über die Situation jedes Bewerbers, sein Sprachniveau usw., und dann richten wir den Kurs auf diese spezifischen Bedürfnisse aus. Hinzu kommt, dass viele der Bewerber sehr jung sind, deshalb betreiben wir die Agentur ein bisschen so, als wäre sie ein Arbeitsplatz. Die Lernenden bleiben drei Monate bei uns, und wir erwarten von ihnen, dass sie pünktlich sind und eine Menge Hausaufgaben machen. Damit werden sie auf das Arbeiten in Deutschland eingestimmt.“

Natürlich gehen auch Arbeitgeber eine große Verpflichtung ein, wenn sie Arbeitnehmer aus dem Ausland einstellen. Das POD-Team legt besonderen Wert darauf, mit seinen Kunden (hauptsächlich Kleinunternehmen und Familienbetriebe) zusammenzuarbeiten, um diesen den größtmöglichen Nutzen von EURES zu eröffnen und sie ihre Aufgaben und Zuständigkeiten verstehen.

„Unsere Kunden wissen sehr gut, dass wir ihnen keine Zeitarbeiter vermitteln. Wir weisen sie darauf hin, dass es in der Regel etwa ein Jahr dauert, um eine Person so zu schulen, dass sie das gewünschte Niveau erreicht, und ungefähr nochmal so lange, bevor sie fließend Deutsch sprechen kann. Arbeitgeber sind froh, auf diese Weise einbezogen zu werden, weil sie wissen, dass die Beschäftigten sehr wahrscheinlich viele Jahre bei ihnen bleiben. Für sie ist es eine langfristige Investition.“

POD hatte keinerlei Probleme, Arbeitgeber ausfindig zu machen, die bereit sind, EURES-Kandidaten hochwertige Arbeitsplätze zusammen mit Schulungen und Unterstützung anzubieten. Viele von denjenigen, die an das Unternehmen herantreten, haben in letzter Zeit im Rahmen großer Bau- oder Sanierungsprojekte Bauaufträge erhalten. Dies bedeutet, dass sie kurzfristig expandieren müssen.

„In Deutschland gibt es nur sehr wenige junge Menschen, die die Fertigkeiten erworben haben bzw. sich für einen Arbeitsplatz im Baugewerbe in den Bereichen Sanitär, Heizung, Elektroinstallation, Klimatechnik usw. bewerben wollen. Dies sind tolle Arbeitsplätze, die aufgrund des technologischen Wandels immer qualifizierter werden. Dank des Netzwerks, das wir über EURES aufgebaut haben, werden unseren Kunden jetzt kontinuierlich qualifizierte Bewerber zugeführt, die sich bei einem Arbeitgeber über viele Jahre hinweg spezialisieren wollen.“

Dies trifft ganz sicher auf Jose Antonio zu, einen Klempner, der nach Ansicht des POD-Teams wohl ihr 400. Kandidat sein dürfte (dies lässt sich nur schwer genauer sagen, da viele Bewerber gleichzeitig ihre Stelle antreten).

„In Spanien ist die Arbeitslosenzahl hoch, und die Löhne sind niedrig“, erklärt er. „Deshalb habe ich im Internet recherchiert und über das EURES-Portal eine Stelle als Klempner in Deutschland gefunden. Natürlich bin ich aufgeregt, aber es ist eine sehr gute und feste Stelle und eine Gelegenheit und Chance für mich, eine neue Sprache in einem neuen Land zu erlernen.“

Genauso wie Carlos, 399 Bewerber vor ihm, hat auch Jose Antonio vor dem Kontakt mit EURES überhaupt kein Deutsch gesprochen, und da er derzeit arbeitslos ist, ist ihm die finanzielle und praktische Unterstützung, die er erhalten hat, sehr willkommen.

Der Erfolg von POD stellt Stephan und seine Kollegen jetzt gewissermaßen vor ein Dilemma. Wie geht es nun weiter? Das Unternehmen hat überlegt, ob es seine Personaldienstleistungen auf andere EURES-Länder ausdehnen oder sich weiterhin nur auf Spanien konzentrieren soll.

„Wir haben uns überlegt, ob wir nicht in Osteuropa Fuß fassen sollten, doch damit müssten wir in jedem Land wieder ganz von vorn anfangen. Alles in allem haben wir stattdessen beschlossen, unsere Tätigkeit in Spanien auszubauen, da wir dort jetzt über ein so dichtes Netz verfügen. Dies bedeutet, dass wir unsere regionale Reichweite erhöhen und die Vielfalt der Berufsbilder, die wir rekrutieren, erweitern. So werden wir beispielsweise zusätzlich zu den Stellen im Baugewerbe, das nach wie vor unseren Schwerpunkt darstellt, jetzt auch mit Arbeitgebern bei der Beschaffung unterschiedlicher Fachkräfte zusammenarbeiten – etwa Mechaniker, Ingenieure und andere akademischen Fachkräfte.“

Auch probiert POD eine größere Vielfalt der von EURES angebotenen Beschäftigungsmöglichkeiten aus. Das Unternehmen hat über das örtliche EURES-Büro bereits Stellen auf dem EURES-Portal ausgeschrieben und beschafft Bewerber mithilfe von Dein erster EURES-Arbeitsplatz (DEEA). Stephan hat allerdings gerade von dem neuen Programm Reactivate erfahren und vor Kurzem damit begonnen, sich dort ebenfalls zu bewerben. Reactivate bietet Bewerbern über 35 Jahre EURES-Karrierechancen in den Teilnehmerländern.

Vorerst hat das Unternehmen allerdings erstmal Grund zum Feiern, denn es hat jetzt die Zahl von 400 Anstellungen mithilfe von EURES seit dem Tag vor fast genau fünf Jahren, als sich Carlos am 19. Februar 2013 zu seiner ersten Schicht bei einer kleinen pfälzischen Installateurfirma eingestempelt hat, überschritten.

Stephan Behringer möchte sich für die Beiträge folgender Kollegen von EURES Deutschland und EURES Spanien bedanken, die POD bei der Rekrutierung von Bewerbern unterstützt haben: Rita Mager und Marina Weigand (EURES Deutschland/Agentur für Arbeit Würzburg); Carlos Palomo (Malaga); Diego Moliner und Julia Roca (Valencia); Carlos Pastor (Alicante), Isabel Garcia (Castellón); Rosario Sanmartín Alcaraz (Murcia); Yolanda Delgado Lazaro und Francisca Fuentes (Madrid); Cesar Martin und Araceli Carillo Urena (Sevilla); Jesús Caparrós Martín (Almeria); Arnau Soy Massoni (Girona); José Luis Gredilla Illera (Barcelona); Dionisio Manuel Acebal Minano (Albacete).

 

Verwandte Links

POD-Website www.pod-personalberatung.de

POD YouTube-Kanal: www.youtube.com/user/PODpersonalberatung

ELCLA-Sprachakademie: www.elcla.es

 

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